Studieren in Deutschland
Studieren in Deutschland
Das hohe Bildungsniveau und die Tatsache, dass an den meisten Hochschulen keine Studiengebühren anfallen, machen ein Studium in Deutschland für Expats besonders attraktiv. Im Jahr 2024 waren über 350.000 ausländische Studierende an deutschen Hochschulen eingeschrieben, was etwa 13 % der gesamten Studierendenzahl ausmachte. Da deutsche Hochschulen bestrebt sind, mehr ausländische Studierende anzuziehen, bieten immer mehr von ihnen internationale Studiengänge in englischer Sprache an.
Das deutsche Hochschulsystem erklärt
Genau wie das Grundschul- und Sekundarschulsystem ist auch das Hochschulwesen in Deutschland in drei Zweige unterteilt:
- Universitäten: Sind auf Forschung und fundierte, theoretische Lehre spezialisiert.
- Fachhochschulen: Der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Anwendung des Gelernten und auf Berufserfahrung.
- Kunst- und Musikhochschulen: Bilden Künstler, Designer, Musiker und Schauspieler aus.
Ausführlichere Informationen findest du in unserem Abschnitt über das Hochschulwesen in Deutschland.
Studiengebühren und Kosten für die Hochschulbildung in Deutschland
Seit 2013 sind die Studiengebühren in (fast) allen deutschen Bundesländern abgeschafft. Nur Baden-Württemberg erhebt derzeit Gebühren für internationale Studierende, wodurch die Kosten für ein Hochschulstudium in Deutschland zu den günstigsten weltweit gehören.
Wie finanzieren internationale Studierende ihr Studium? Um ein Visum und später eine Aufenthaltserlaubnis zu erhalten, musst du nachweisen, dass du dein Studium finanzieren kannst. Die deutschen Behörden verlangen derzeit einen Nachweis über mindestens 992 € pro Monat oder 11.904 € pro Jahr. Dieser Finanznachweis ist mehr als nur eine bürokratische Formalität. Stell sicher, dass du auch über dein erstes Studienjahr hinaus auf finanzielle Unterstützung zählen kannst, da Deutschland nur begrenzte Fördermöglichkeiten für internationale Studierende bietet.
Mögliche Arten von Finanznachweisen sind: Nachweis über das Einkommen und Vermögen der Eltern Einzahlung eines festen Betrags auf ein Sperrkonto Bestätigung über ein Stipendium Eine Verpflichtungserklärung eines in Deutschland ansässigen Bürgen Bezug von Fördermitteln nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG), was bei internationalen Studierenden jedoch selten vorkommt
Sperrkonto für Studierende in Deutschland Studierende aus Nicht-EU-Ländern müssen nachweisen, dass sie ihre Lebenshaltungskosten decken können. Es gibt mehrere Möglichkeiten (z. B. Einkommenserklärungen, Bankbürgschaften), aber am häufigsten wird ein Sperrkonto eröffnet – ein spezielles Konto, auf das Studierende einen festen Betrag (z. B. 11.904 € im Jahr 2024) einzahlen und von dem sie monatliche Raten abheben, um ihre Lebenshaltungskosten zu decken.
Monatliche Ausgaben Die Lebenshaltungskosten hängen von deinem Lebensstil ab. Aber Mietpreise, Lebensmittel und Krankenversicherung lassen sich nicht so einfach ändern, und sparsam zu leben hilft nur bis zu einem gewissen Grad. Die größte monatliche Ausgabe für Studierende ist die Miete.
Miete: ca. 260 € im Studentenwohnheim, auf dem freien Markt deutlich höher Kaution: bis zu drei Monatsmieten Krankenversicherung: ca. 100 € pro Monat Semesterbeitrag: 100–300 € pro Semester, je nach Hochschule (manchmal inklusive Fahrkarte für den öffentlichen Nahverkehr) Gebühren der Ausländerbehörde: in der Regel 100 € für die Ausstellung einer Aufenthaltserlaubnis Rundfunkgebühr: 18,36 € pro Monat und Haushalt (für öffentlich-rechtliche Medien)
Stipendien für internationale Studierende
Suchst du finanzielle Unterstützung während deines Studiums? Es gibt viele Stipendien und Fördermittel für internationale Studierende in Deutschland, darunter:
- Deutschland-Stipendium
- Erasmus+-Programm
- DAAD-Stipendien
Akademischer Kalender für deutsche Hochschulen
Das akademische Jahr in Deutschland:
- Wintersemester: Oktober bis März
- Sommersemester: April bis September
Ferien gibt es zu Weihnachten und Ostern, dazu kommen Semesterferien von 6–8 Wochen, die für Hausarbeiten, Prüfungen oder Praktika genutzt werden.
Deutsche Abschlüsse und Qualifikationen
Deutsche Hochschulen bieten sowohl international anerkannte als auch deutschlandspezifische Abschlüsse an:
- Bachelor-Studiengänge
- Masterstudiengänge
- Promotionen
- Postdoktorale Forschung
- Staatsexamen: Staatliche Prüfungen für reglementierte Berufe (z. B. Ärzte, Juristen, Lehrer, Apotheker)
Das deutsche Leistungspunktesystem (ECTS)
Deutsche Hochschulen orientieren sich am European Credit Transfer System (ECTS):
- Ermöglicht die Anrechnung von Studienleistungen zwischen Hochschulen
- Vereinheitlicht den Vergleich von Abschlüssen
- 60 ECTS = 1 volles akademisches Jahr
Notenwesen an deutschen Hochschulen
Benotungsskala:
- 1,0 – Ausgezeichnet
- 5,0 – Unbefriedigend
- 4,0 – Mindestnote zum Bestehen
Zulassungsvoraussetzungen für Hochschulen in Deutschland
Um an einer deutschen Hochschule studieren zu können, benötigst du eine Hochschulzugangsberechtigung:
- Deutsche Schüler: Abitur
- Ausländische Studierende: Gleichwertiger, anerkannter Abschluss (zur Überprüfung nutze die DAAD-Datenbank)
Wenn dein Abschluss nicht anerkannt wird, musst du möglicherweise eine Aufnahmeprüfung ablegen oder einen Vorbereitungskurs besuchen.
Weitere mögliche Anforderungen:
- Visum und Aufenthaltsgenehmigung
- Nachweis der finanziellen Mittel
- Nachweis der Deutschkenntnisse
- Nachweis der Englischkenntnisse (für internationale Studiengänge)
- Nachweis der künstlerischen Eignung (für Kunst- und Musikschulen)
- Krankenversicherung
- Motivationsschreiben